Grüß Gott! Danke für euren Besuch, bei dem wir uns nicht persönlich sehen können. So grüße ich mit einem täglichen Video.

Neu-Ulm, April 2021

Gerne gebe ich die Einladung von VIVES (Virtuell verbunden Seniorinnen und Senioren) weiter. vielleicht kennt ihr die Leiterin Carmen Stadelhofer. Das besondere Angebot dort ist, dass man Schulungen für die Nutzung des Internets mitmachen kann. Ich kann nur dazu ermutigen. Hier der Link:

VIVES05.pdf

So. 9.5.

Muttertag

Sa, 8.5.

Wilhelm Busch

Gemartert

Vorgetragen von Ilse Schreiber

Ein gutes Tier
Ist das Klavier,
Still, friedlich und bescheiden,
Und muß dabei
Doch vielerlei
Erdulden und erleiden.

Der Virtuos
Stürzt darauf los
Mit hochgesträubter Mähne.
Er öffnet ihm
Voll Ungestüm
Den Leib, gleich der Hyäne.

Und rasend wild,
Das Herz erfüllt
Von mörderlicher Freude,
Durchwühlt er dann,
Soweit er kann,
Des Opfers Eingeweide.

Wie es da schrie,
Das arme Vieh,
Und unter Angstgewimmer
Bald hoch, bald tief
Um Hilfe rief
Vergess‘ ich nie und nimmer

Fr, 7.5.

Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Die Nachtblume

Nacht ist wie ein stilles Meer,
Lust und Leid und Liebesklagen
Kommen so verworren her
In dem linden Wellenschlagen.

Wünsche wie die Wolken sind,
Schiffen durch die stillen Räume,
Wer erkennt im lauen Wind,
Ob’s Gedanken oder Träume? –

Schließ ich nun auch Herz und Mund,
Die so gern den Sternen klagen:
Leise doch im Herzensgrund
Bleibt das linde Wellenschlagen.

Do, 6.5.

Joseph Freiherr von Eichendorff

Dein Bildnis wunderselig hab ich im Herzensgrund,
Das sieht so frisch und fröhlich mich an zu jeder Stund.Mein Herz still in sich singet ein altes schönes Lied,
Das in die Luft sich schwinget und zu dir eilig zieht.Dazu eine Strophe des Mailieds:Alles neu macht der Mai  macht die Seele frisch und frei,
kommt heraus, lasst das Haus,
windet einen Strauß!
Rings erglänzte Sonnenschein,
duftend prangen Flur und Hain,
Vogelsang, Hörnerklang
tönt den Wald entlang.Hermann Adam von Kamp

Mi, 5.5.

Joseph von Eichendorff

Es wandelt, was wir schauen,

Tag sinkt ins Abendrot,

Die Lust hat eignes Grauen,

Und alles hat den Tod.

 

Ins Leben schleicht das Leiden

Sich heimlich wie ein Dieb,

Wir alle müssen scheiden

Von allem, was uns lieb.

 

Was gäb es doch auf Erden,

Wer hielt‘ den Jammer aus,

Wer möcht geboren werden,

Hieltst du nicht droben Haus!

 

Du bist’s, der, was wir bauen,

Mild über uns zerbricht,

Dass wir den Himmel schauen –

Darum so klag ich nicht.

Di, 4.5.

Michael Schirmer, geboren 1606 in Leipzig, starb als Konrektor des Gymnasiums zum Grauen Kloster in Berlin und als „gekrönter Dichter“ am 4. Mai 1673. So ehre ich ihn heute mit zwei Strophen des Pfingstliedes. „Führ uns auf rechtem Pfad“ und „Gib uns Beständigkeit“ sind meine Bitten und mein Flehen.  Groß ist die Sehnsucht, wieder mit der großen Gemeinde singen zu dürfen. Euer Ernst

1) O Heilger Geist, kehr bei uns ein / und lass uns deine Wohnung sein,
o komm du Herzens Sonne. Du Himmelslicht, lass deinen Schein
bei uns und in uns kräftig sein / zu steter Freud und Wonne.
Sonne, Wonne, / himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten
zu dir kommen wir getreten.

3) Steh uns stets bei mit deinem Rat / und führ uns selbst auf rechtem Pfad,
die wir den Weg nicht wissen. / Gib uns Beständigkeit,
dass wir getreu dir bleiben / für und für, auch wenn wir
leiden müssen. Schaue, baue, / was zerrissen und beflissen,
dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen.

Mo, 3.5.

Luisa Neubauer von „Fridays for future“  freut sich über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass das Klimaschutzgesetz unzureichend ist: „Und weil es so schnell übersehen wird: Die #Klimaklage ist ein kollektives Projekt, möglich gemacht durch unglaubliche Jurist:innen, durch verschiedene NGOs, Aktivist:innen & nicht zuletzt durch Klimabewegte im ganzen Land, die die Gesellschaft in Bewegung gebracht haben. Yeah.“ Sie spricht so schnell, dass man vielleicht nicht jedes Wort versteht, sich aber nur mitfreuen kann. Euer Ernst

(von mir gekürztes Video von 6 auf 3 min.)

2.5.

Wochenlied zum 4. Sonntag nach Ostern „Kantate – Singet“:

1) Lob Gott getrost mit Singen, frohlock, du christlich Schar!
Dir soll es nicht misslingen, Gott hilft dir immerdar.
Ob du gleich hier musst tragen viel Widerwärtigkeit,
noch sollst du nicht verzagen; er hilft aus allem Leid.

2) Dich hat er sich erkoren, durch sein Wort auferbaut,
mit seinem Eid geschworen, weil du ihm bist vertraut,
dass er sich lässet finden in aller Angst und Not;
er wird auch überwinden, die dich noch schmähn mit Spott.

4) Darum lass dich nicht schrecken, o du christgläubge Schar!
Gott wird dir Hilf erwecken und dein selbst nehmen wahr.
Hat er dich doch gezeichnet, gegraben in sein Händ:
dein Nam stets vor ihm leuchtet, dass er dir Hilfe send.

1.5.

Ilse Schreiber rezitiert

Josef Viktor von Scheffel

Der Ichthyosaurus

Es rauscht in den Schachtelhalmen,
verdächtig leuchtet das Meer,
da schwimmt mit Tränen im Auge
ein Ichthyosaurus daher.

Ihn jammert der Zeiten Verderbnis,
denn ein sehr bedenklicher Ton
war neuerlich eingerissen
in der Liasformation.

»Der Plesiosaurus, der alte,
er jubelt in Saus und Braus,
der Pterodaktylus selber
flog neulich betrunken nach Haus.

Der Iguanodon, der Lümmel,
wird frecher zu jeglicher Frist,
schon hat er am hellen Tage
die Ichthyosaura geküßt.

Mir ahnt eine Weltkatastrophe,
so kann es länger nicht gehn;
was soll aus dem Lias noch werden,
wenn solche Dinge geschehn?«

So klagte der Ichthyosaurus,
da ward es ihm kreidig zu Mut,
sein letzter Seufzer verhallte
im Qualmen und Zischen der Flut.

Es starb zu derselbigen Stunde
die ganze Saurierei,
sie kamen zu tief in die Kreide,
da war es natürlich vorbei.

Und der uns hat gesungen
dies petrefaktische Lied,
der fand’s als fossiles Albumblatt
auf einem Koprolith.

Fr. 30.4.

Die Blume auf dem Felsen

von Max Kalbeck

* 4. Jan. 1850Breslau; † 4. Mai 1921Wien

Es blüht eine blaue Blume
Auf steiler Felsenwand,
Sie hebt den schlanken Stengel
Aus Moos und dürrem Sand.

Leichtgaukelnd um die Blume
Ein bunter Falter schwebt,
Goldschillernde Farben spielen,
Wenn er die Flügel hebt.

Die Blume neigt das Köpfchen
Verschämt zu stillem Gruß,
Er aber raubt verwegen
Dem Kelche Kuss auf Kuss.

Du arme Blume! Schon morgen
Stirbst du im Sonnenstrahl!
Dein Falter aber umflattert
Lachende Rosen im Thal!

29.4.

Mit fünf Zitaten aus ihren Schriften ehre ich heute Katharina von Siena (* 25. März 1347 in Siena; † 29. April 1380 in Rom) an ihrem Gedenktag

Ohne Liebe kann die Seele nicht leben. Sie muss etwas lieben, sie ist aus Liebe geschaffen.

Die Liebe weint mit den Weinenden, freut sich mit den Frohen, ist glücklicher über des anderen Wohl als über das eigene.

Alles, was uns in diesem Leben gegeben ist, ist nur zum Gebrauch und als Leihgabe übergeben.

Warte nicht auf eine spätere, gelegenere Zeit, denn du bist nicht sicher, dass du sie haben wirst. Die Zeit entschwindet dir unvermerkt. Mancher hat sich noch Hoffnung auf ein längeres Leben gemacht, da kam der Tod. Darum versäumt, wer klug ist, keine Zeit und gibt die gegenwärtige Stunde, die ihm gehört, nicht unbenützt weg für eine andere, die doch nicht sein eigen ist.

Die Stunde ist kostbar. Warte nicht auf eine spätere Gelegenheit.

28.4.

Ein Besuch in der Stadt und im früheren Kloster Ochsenhausen.

27.4.

„Christ ist erstanden“-Improvisation auf der Gabler-Orgel von Ochsenhausen mit Kantor Thomas Fischer und Bilder aus dieser wunderbaren barocken Basilika

Morgen noch eine Erinnerung an den Besuch in Ochsenhausen

26.4.

Umweltsünden

Die Folgen unsrer Umweltsünden

wir täglich mehr und mehr empfinden,

worunter wir letztendlich leiden.

Doch vieles wäre zu vermeiden!

 

Würfe nicht mancher seinen Dreck

der nicht gebraucht wird, einfach weg

im Stadtgebiet, in der Natur,

gingen wir auf der richt’gen Spur.

 

Wenn ich durch unsre Straßen gehe

und dort den ganzen Abfall sehe,

Becher „to go“, Tüten und Kippen,

könnt‘ ich mir an den Kopf nur tippen.

 

So ist es auch in Wald und Flur!

In dieser herrlichen Natur,

wo die Erholung tut so gut,

liegt Abfall! – Da verspür ich Wut!

 

Deswegen richte ich hier schnell

an alle Menschen den Appell

die Umwelt so nicht zu verschmutzen!

Denkt dran: Es ist zu aller Nutzen!

© Arno Hildebrandt

25.4.

Psalm 57   Unter dem Schatten seiner Flügel

1 Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Vertilge nicht«, als er vor Saul in die Höhle floh. 2 Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. 3 Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.

8 Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe. 9 Wach auf, meine Ehre, wach auf, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken! 10 Herr, ich will dir danken unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. 11 Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 12 Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Ehre über alle Welt!

Ja, dazu will ich beitragen mit dem mich belebenden Streben: Alles zur größeren Ehre Gottes. Euer Ernst

24.4.

 Ilse Schreiber trägt vor

Ernst, Otto (1862-1926)

Nis Randers

Krachen und Heulen und berstende Nacht,
Dunkel und Flammen in rasender Jagd –
Ein Schrei durch die Brandung!

Und brennt der Himmel, so sieht mans gut.
Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut;
Gleich holt sichs der Abgrund.

Nis Randers lugt – und ohne Hast
Spricht er: „Da hängt noch ein Mann im Mast;
Wir müssen ihn holen.“

Da fasst ihn die Mutter: „Du steigst mir nicht ein:
Dich will ich behalten, du bliebst mir allein,
Ich wills, deine Mutter!

Dein Vater ging unter und Momme, mein Sohn;
Drei Jahre verschollen ist Uwe schon,
Mein Uwe, mein Uwe!“

Nis tritt auf die Brücke. Die Mutter ihm nach!
Er weist nach dem Wrack und spricht gemach:
„Und seine Mutter?“

Nun springt er ins Boot und mit ihm noch sechs:
Hohes, hartes Friesengewächs;
Schon sausen die Ruder.

Boot oben, Boot unten, ein Höllentanz!
Nun muss es zerschmettern ! Nein, es blieb ganz …!
Wie lange? Wie lange?

Mit feurigen Geißeln peitscht das Meer
Die menschenfressenden Rosse daher;
Sie schnauben und schäumen.

Wie hechelnde Hast sie zusammenzwingt!
Eins auf den Nacken des andern springt
Mit stampfenden Hufen!

Drei Wetter zusammen! Nun brennt die Welt!
Was da? – Ein Boot, das landwärts hält –
Sie sind es! Sie kommen! – –

Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt…
Still – ruft da nicht einer? – Er schreits durch die Hand: „Sagt Mutter, ’s ist Uwe!“